· 

Fakten für Trailrunner über den Lebensraum Wald

Auch wenn mein Name es vermuten lässt, bin ich kein Förster und habe auch keine nahen Verwandten, welche in diesem Bereich tätig sind. Meine berufliche Tätigkeit beschränkt sich zum einen auf die Therapie erkrankter Menschen und was noch viel schöner ist, auf die Gesundheitsförderung und Prävention von Erkrankungen.

Dabei empfehle ich meinen Athleten und Patienten nicht selten die  förderlichen Aspekte des Laufens auf Trails und Waldboden. Nun sind wir Läufer nicht die einzigen Lebewesen, welche sich durchkörpereigene Kraft im Waldgebiet fortbewegen. Für unser eigenes Wohlbefinden, aber auch für das der Waldbewohner kann es daher sicher nicht schaden, sich einmal etwas genauer mit dem Lebensraum Wald auseinander zu setzten. Dazu bin ich auf die Suche gegangen und habe in Büchern und Web doch einiges dazu gefunden. Ein par wichtige Fakten hab ich hier für euch zusammengefasst:

Mythos vom Schleichen und leise sein 

Als Kind bekommt man es nicht selten zu Gehör: "Sei Leise wenn Du in den Wald gehst, damit Du keine Tiere aufscheuchst und die Tiere nicht gestört werden" . Für einen Jäger mag das zutreffen, denn dieser kann das Wild natürlich besser aufspüren. Die meisten tierischen Waldbewohner haben ein höher auflösendes Gehör als wir Menschen. Solange sie jedoch Geräusche wahrnehmen, bleibt Ihnen dadurch genug Möglichkeit Abstand zu halten, und sich von vornherein, auf sich ändernde Situationen einzustellen. Schleichen wir leise und still durch den Wald, erschrecken wir vielleicht ein Tier, welches uns erst auf den letzten Metern der Annäherung wahrnimmt.  So können dann auch Wildschweine für Menschen zur Gefahr werden, wenn sie zu hastig aufgeschreckt werden.  Eine Unterhaltung bei einem Waldtraillauf spricht also mehr für als gegen die Tierwelt.

Insekten -  und Mückenplage 

Gerade wenn das Waldgebiet in der Nähe eines Gewässers liegt kann es im späten Frühling und Frühsommer unangenehm werden. Zahlreiche Mücken beginnen sich zu vermehren und nicht selten kommt man ziemlich zerstochen vom Laufen zurück. 

Mücken lieben frisch gewaschene Haare und den Duft von Shampoo. Auch wenn ich glaube, dass die meisten Läufer tendenziell eher nach dem Laufen duschen oder Haare waschen gehen, sei noch einmal darauf hingewiesen, dass man mit frisch gewaschenem Haar geradezu wie ein Magnet für die Mücken wirkt. 

Natürlich gibt es zahlreiche Mittel, welche auf die Haut aufgetragen werden können und uns somit vor Mückenstichen schützen. Auch gibt es spezielle stichfeste Kleidung, welche vor Mücken und Insektenstichen schützt. Da Laufen aber eher eine schweißtreibende Angelegenheit ist, sind beide Varianten für Laufsportler nicht wirklich sinnvoll. Viel wichtiger ist, zu wissen wo sich die Plagegeister am liebsten aufhalten, um so von vornherein eine mückenarme Laufroute auszuwählen.

Mücken halten sich vorwiegend in feuchten, schattigen und windstillen Gebieten auf. Somit wird man womöglich tief im schattigen Wald eher auf einen Mückenschwarm treffen als am sonnigen Waldrand. 

Zecken 

In unseren Wäldern gibt es nicht mehr viele größere Tiere, welche dem Menschen wirklich ernsthaft zur Gefahr werden können. Somit beschäftigen sich die Wanderer und Waldläufer mehr mit dem kleinen Geziefer. Eine regelrechte Panik vor Zecken kann ich auch in der eigenen ärztlichen Praxis immer wieder zu Beginn der Saison wahrnehmen. Natürlich ist diese Panik nicht ganz unbegründet, da Zecken Krankheiten wie die FSME (Frühsommer Meningo Enzephalitis) und Borreliose übertragen können. Daher ist ein Know How über Zecken und die damit verbundenen Risiken für Trailläufer durchaus wichtig. Zu den überwiegenden Blutlieferanten für Zecken zählt das Wild. Daher halten sich Zecken häufig in kniehohem Gestrüpp oder Gras auf. Meist entlang von kleinen Wegen oder Singletrails, welche die Waldbewohner wie Rehe und Hirsche  ebenso nutzen. Von dort ist es dann kein schwieriger Schritt für die Zecken auf den Wirt überzutreten. In hohen Bäumen sind die Zecken nicht zu finden. Wer sich schützen möchte, tut also gut daran, bei einem Waldlauf mit Kniehohen Kompression-Calfs oder Strümpfen zu laufen. Falls man dann doch eine Zecke am Körper bemerkt, gilt es erstmal keine Panik zu bekommen. Nicht in jeder Region sind die übertragbaren Krankheiten verbreitet. Eine Übersicht über die Risiko Gebiete für FSME und Borreliose  in Deutschland findet Ihr hier . 

Zunächst sollte man die Zecke vom Körper entfernen. Dabei empfiehlt sich eine spezielle Technik unter zu Hilfenahme einer speziellen Zeckenzange. Wer sich unsicher ist oder die Entfernung fehlerhaft ist, sollte einen Arzt aufsuchen.

Tritt in den Tagen bis Wochen nach Entfernen der Zecke eine sich ausbreitende Rötung (sog. Erythema migrans) auf, sollte man sofort zum Arzt. Eine Antibiotikatherapie verhindert dann das Aufblühen der Borreliose. Auch bei Symptomen wie Schwindel , vermehrte Müdigkeit oder Kopfschmerzen, welche unmittelbar in zeitlichem Zusammenhang mit einem Zeckenbiss stehen sollten sie einen Arzt aufsuchen. Gegen FSME, eine Viruserkrankung, existiert eine Impfung welche in den meisten Hausarztpraxen angeboten wird. 

Jagdsaison 

Als Läufer sind wir nicht die einzigen, welche den Wald durchstreifen. Auch wenn ich keinem Jäger unterstellen möchte, dass er einen Mensch nicht von Wild unterscheiden kann, ist es dennoch hilfreich ein par Regeln zu beachten. 

Zunächst einmal ist es sinnvoll zu wissen, dass nicht das ganze Jahr über in unseren Wäldern gejagt werden darf. Es gibt Jagd- und Schonzeiten.

 

Während der Schonzeit sind die Wald- und Trailläufe besonders reizvoll, da die Tiere wieder entspannter sind und ihre Angst vor den Menschen wieder etwas verloren haben. Somit stehen in der Schonzeit die Chancen größer die anderen Waldbewohner zu Gesicht zu bekommen. Grob gesagt beginnt die Schonzeit meist in den frühen Wintermonaten des Jahres, wie Januar und Februar.

Eine genaue Übersicht findet Ihr hier .

Um nicht doch ins Visier eines Jägers zu geraten  ist es zudem nützlich, eher auffällige Laufkleidung ggf. sogar mit Reflektorstreifen, einer naturfarbenen Funktionskleidung vorzuziehen.

Der Wald bietet hervorragende Möglichkeiten zum Abschalten und Trainieren. Vielleicht macht der nächste Waldtrail-Lauf mit diesen Hintergrundinformationen sogar noch ein bisschen mehr Freude. Über weitere Waldläufer Tipps oder Anregungen freu ich mich natürlich übers Kommentarfeld :-)

Personal Training

Egal ob Online oder auf dem Trail vor Ort, bei uns genießt Du den Vorteil einer ärztlichen Trainingsbegleitung für Dein Lauftraining !


Unterstützt bei läuferischen Aktivitäten u.a. von diesen starken Partnern:

Finde uns auch bei Facebook und Instagram und iTunes