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"Laufen ist wie Meditation" - und wie wär's mit laufend meditieren

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"Warum laufen Sie denn so viel, so lange und so weit?".... Wir Läufer kennen diese Fragen und nicht selten kommt als Antwort, dass man dabei einfach sehr gut abschalten kann, und das Laufen an sich, bei so manchem ähnliche Wirkungen zeigt wie eine Meditation.

Viele berichten beispielsweise darüber, dass sich der Kopf nach ein par gelaufenen Kilometern entspannter, klarer und geordneter anfühlt.

 

" Ich halte beim Laufen nicht mehr an so plagenden Gedanken wie Terminlisten oder Arbeit fest, und habe das Gefühl , dass die Gedanken eher vorbeiziehen wie Wolken"   hört man es bei langjährigen Genussläufern häufig.

Woran liegt das eigentlich....  und kann man diesen angenehmen Effekt nicht noch verstärken, in dem man wirklich beim Laufen meditiert?

Dazu sollte man sich erstmal Effekte der klassischen Meditation vor Augen halten. Vom Begriff her bedeutet "meditatio" im Lateinischen Nachdenken oder Nachsinnen, und auch Überlegen. Was wir primär damit verbinden ist der Gebrauch aus östlichen Kulturen, womit unter Meditation eher eine bewusstseinserweiternde Maßnahme gemeint ist. Durch die Meditation wird beispielsweise im Hinduismus der Weg zu Gott gegangen, in dem das Glück nicht in der Außenwelt, sondern viel mehr in sich selbst gesucht wird.

 

"Das Göttliche ist nicht außen, sondern steckt in jedem von uns" heißt es auch in der klassischen Lehre des Yoga nach Patanjali. 

 

Beim Yoga hat auch in der Meditation die Atmung einen wichtigen Anteil. Die Verlagerung der Konzentration auf einen zentralen Punkt macht es uns leichter die Aufmerksamkeit zu halten, und den geistigen Blick auf das Wesentliche zu richten. Dabei können sich Yogis durch die kontrollierte Atmung frei von störenden äußeren Einflüssen machen. 

 

im Yoga gelingt das Abschalten durch eine Fokussierung auf unseren Atem
im Yoga gelingt das Abschalten durch eine Fokussierung auf unseren Atem

Der Laufsport bietet neben der Atmung noch weitaus mehr Zielpunkte unserer Fokussierung und kann durchaus meditierend ausgeführt werden

 

Natürlich können wir uns beim Laufen ebenso auf unserer Atmung konzentrieren. Dabei können wir uns beispielsweise einen gewissen Atemrhythmus einprägen und versuchen diesen über den gesamten Dauerlauf (vorausgesetzt die Strecke ist eben und ohne gravierende Steigungen) beizubehalten.

So kann es nach gewisser Übung sogar gelingen, eine nahezu konstante Geschwindigkeit zu laufen ohne den befreiten Geist durch häufige Blicke auf die Laufuhr zu stören. Die Sinne bleiben dabei stets wachsam und nehmen während dem Lauf die Landschaft jedoch eher wahr, wie ein Reisender die vorbeiziehende Umgebung  in einem Zugwagon.

 

Einen weiteren Brennpunkt unseres mentalen Fokus kann die Schrittfrequenz darstellen. Dabei kann sich unsere Aufmerksamkeit zum einen taktil auf den Aufsatz unserer Füße beziehen, jedoch auch akustisch über das Gehör wahrgenommen werden. Auch hier gelten die Reize als Zentrum unserer Meditation. Zudem kann hierbei auf einen gleichmäßigen Rhythmus und eine bestimmte Frequenz geachtet werden, womit gleichzeitig auch noch die Lauftechnik geschult wird.

 

Auch die rhythmische Abfolge unserer Arme kann fokussiert werden. Die Arme sind Taktgeber der Füße und schwingen in der gleichen Frequenz nur gegengleich. Da das Laufen gleich mehrere Zentren für die geistige Fokussierung anbietet, kann ein meditativer Lauf sogar den Einstieg in die Meditation erleichtern. Untersuchungen haben gezeigt, dass ungeschult unsere Konzentration für maximal 3 Minuten gehalten werden kann. Dann beginnt der Geist spätestens damit die Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu richten. 

Beim Laufen kann der Fokus auch auf Schrittfrequenz und Armarbeit gerichtet werden
Beim Laufen kann der Fokus auch auf Schrittfrequenz und Armarbeit gerichtet werden

 

So können wir beim Laufen vorher eine gewisse Abfolge unserer Fokussierung planen. Beispielsweise Atmen - Laufschritt - Atmen - Armarbeit...

So hilft diese Struktur und Abwechslung dabei, die Konzentration beizubehalten und bewahrt Meditationsneulinge vor einer Monotonie und vor vorzeitigem Abschweifen.

 

Hilfreich für ungeübte ist sind kurze Achtsamkeitsübungen vor dem Lauf, wobei zunächst die Zentrierung auf unseren Atem stattfindet 

Wer Abwechslung für sein regelmäßiges Lauftraining nicht nur durch Variationen der Laufstrecken und Höhenprofile sucht, kann durch meditatives Laufen viel für seine innere Balance tun, und absolviert dabei noch ein förderliches Training für das Herz-Kreislauf-System. Davon sollten auch leistungsorientierte Wettkampfläufer nicht zurückschrecken. Denn der mentale Aspekt und ein freier Geist kann im Leistungssport den entscheidenden Vorteil bedeuten.

Kurze Achtsamkeitsübungen helfen bei der Vorbereitung für einen meditativen Dauerlauf
Kurze Achtsamkeitsübungen helfen bei der Vorbereitung für einen meditativen Dauerlauf

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