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Laufen unter besonderen Umständen - Teil 2: Laufen mit Diabetes

Die Volkskrankheit Diabetes kennt nahezu jeder unter dem Begriff "Zuckerkrankheit". Was steckt eigentlich als Ursache hinter dieser Erkrankung, und wie kann ich durch mein Lauftraining den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen.

Ursache des Diabetes ist die Tatsache, dass nicht genügend Insulin an unsere Rezeptoren gelangt um den Nährstoff Zucker in die Zellen zu schleusen.

Es gibt verschiedene Formen des Diabetes. Die am häufigsten unterschiedenen Arten sind Diabetes Typ I und Diabetes Typ II. Ihnen liegen grundsätzlich unterschiedliche pathophysiologische (=Krankheitsentstehung) Zusammenhänge zu Grunde.

Beim Diabetes Typ I, früher auch juveniler Diabetes genannt, liegt ein absoluter Insulinmangel vor. Unsere Bauchspeicheldrüse ist aufgrund einer Autoimmunerkrankung nicht mehr imstande genügend Insulin zu produzieren. Insulin ist sozusagen ein Schleusenhormon, dass dafür verantwortlich ist, den Zucker aus unserer Blutbahn in die Körperzellen (z.B. Muskel) zu transportieren. Dieser Diabetes macht sich häufig schon sehr früh in der Kindheit  bemerkbar, z.B. durch übermäßiges Durstgefühl. Die einzige Therapiemethode ist die Verabreichung von Insulin. Dazu gibt es heutzutage aber komfortable Lösungen, und auch implantierte Insulinpumpen, welche regelmäßig das Hormon applizieren.

Beim Diabetes Typ II sprechen wir von einem relativen Insulinmangel. Früher sprach man auch vom Altersdiabetes. Ursächlich ist ein ständig erhöhter Insulinbedarf und träge gewordene Insulinrezeptoren. Durch Übergewicht und den Verzehr von vielen Süßspeisen oder hochkalorischen Malzeiten werden unsere Bauchspeicheldrüse und unsere Insulinrezeptoren gefordert. Heutzutage stellt man solche Phänomene erschreckenderweise auch schon bei Patienten im Jugendalter fest. Die Bauchspeicheldrüse produziert daher noch Insulin, aber aufgrund der Stoffwechselsituation gelangt zu wenig an den Wirkort. Folglich kommt es zu erhöhten Blutzuckerwerten. Diese Art von Diabetes kann anfänglich allein durch eine Diät wieder geheilt werden. Im späteren Stadium gibt es sog. orale Antidiabetika, womit man den Blutzucker in Tablettenform in Schach halten kann. Reicht das nicht mehr aus, hilft auch nur noch der Griff zum Insulin.

Es gibt noch weitere Formen des Diabetes, wie z.B. den Gestationsdiabetes, welcher in der Schwangerschaft vorkommen kann, oder einen medikamenten-induzuerten Diabetes, durch bestimmte Medikamente wie beispielsweise Kortison.

Wie kann ich nun als Läufer Einfluss auf den Verlauf meiner Erkrankung nehmen und wo liegt die Gefahr.

Beide Formen von Diabetiker (Typ I und II) sollten vor Beginn eines Lauftrainings einen Arzt (idealerweise Internist - speziell Endokrinologie und Diabetologie) aufsuchen. Beim Typ I Diabetiker besteht ein erhöhtes Hypoglykämie (Unterzucker) Risiko. Durch den Sport und die Bewegung werden Stoffwechselprozesse beschleunigt und das applizierte Insulin gelangt während der Belastung schneller an den Wirkort. Daher ist bei Ausdauerbelastungen für den Typ I Diabetiker, aber auch für den Typ II Diabetiker welcher orale Antidiabetika oder sogar Insulin einnimmt immer erhöhte Vorsicht geboten.  Der Typ I Diabetiker braucht sicherlich etwas Zeit, um seine benötigten Insulindosen anzupassen. Durch ein regelmäßiges Training erlernt der Typ I Diabetiker aber einen sehr guten Umgang mit seiner Erkrankung. Regelmäßiges Laufen führt so insgesamt zu deutlich weniger benötigtem Insulin. Geschulte Diabetiker können so auch an Wettkämpfen teilnehmen. Voraussetzung ist jedoch dass sie sich in regelmäßiger ärztlicher Betreuung befinden und gut im Umgang mit Ihrer Erkrankung geschult sind.

Der Typ II Diabetiker kann zu Beginn der Erkrankung durch ein regelmäßiges Lauftraining dem Diabetes sogar davonlaufen. Durch das regelmäßige Lauftraining, kombiniert mit einer bewussten Ernährungsumstellung, kann das Gewicht reduziert werden und die diabetische Stoffwechsellage normalisiert werden. Gerade übergewichtige Menschen sollten aber zunächst den Umfang  bedacht steigern, und vorerst natürliche Bodenbeläge wie Waldboden oder Wiesen dem Asphalt vorziehen.

Durch regelmäßiges Laufen kann es dem Diabetiker gelingen, die Blutzuckerwerte über den Tag besser konstant zu halten. So werden Organe wie Niere und das Blutgefäßsystem geschont. Zudem wird das Herzkreislaufsystem gestärkt. Laufen mit Diabetes ist also durchaus möglich und kann den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen.

Du hast Diabetes und euer Arzt rät euch zu einem regelmäßigen Lauftraining, aber Du  bist noch unsicher im Umgang mit der Erkrankung während des Trainings - gerne begleite ich Dich beim Training...


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Auch bei chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Asthma, Diabetes oder Koronarer Herzerkrankung helfen wir Dir gerne beim (Wieder-)Einstieg in ein gesundes Lauftraining mehr


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