Ist viel Laufen ungesund?

Keine Lust zum Lesen, oder möchtest du den Artikel lieber während einem Lauf anhören! Ab jetzt möglich - Abonniere den MarsEndurance Podcast bei Soundcloud !

"Marius Förster, sie sind doch der, der öfters mal morgens 15 km in die Arbeit läuft, und abends auch wieder zurück? - sie laufen doch auch Marathon - oder? - Was sagen denn Ihre Gelenke dazu, und ist das überhaupt gesund?" - Viele passionierte Läufer kennen diese Fragen sicherlich, und wünschen sich in diesen Momenten gerne eine kompakte Antwort.....

Kompakt ist es auch für mich schwierig diese Frage zu beantworten, und ich habe die treffendste Kurzantwort auch noch nicht gefunden. Daher hole ich mal wieder etwas weiter aus.

Einen Marathon als Neuling ohne Vorbereitung, und von heute auf morgen zu laufen ist mit Sicherheit als ungesund zu bewerten. Auch wer von einem Tag auf den anderen entscheidet, seinen täglichen Arbeitsweg von 15 km zweimal täglich laufend zurückzulegen wird vermutlich gesundheitliche Beschwerden bekommen.

Der Mensch in der heutigen Wohlstandsgesellschaft ist weit von seinem naturell abgekommen. Activity Tracker wie der Withings Pulse oder Jawbone up, aber auch das iphone sollen den heutigen modernen Menschen wieder dazu motivieren, eine von der WHO (World Health Organisation) empfohlene Schrittanzahl von 10.000/Tag zu meistern. 10.000 Schritte - wieviel ist das denn? Grob gesagt entspricht es einer Strecke von 10 Km. Zugegeben, meine durchschnittliche tägliche Schrittanzahl liegt weit über dem. 

Dennoch erreichen die meisten berufstätigen Menschen nicht mal eine tägliche Schrittanzahl von 5000.

Blickt man in die Vergangenheit, in eine Zeit, wo der Mensch sich nicht motorisiert fortbewegen konnte, stellt man fest, dass der Mensch sich damals deutlich mehr bewegte. Hält man sich die Anatomie des menschlichen Fußes vor Augen, wird klar, dass dieser zum Laufen gemacht ist. Ein Längs- und Quergewölbe, sowie die Kombination aus oberem- und unterem Sprunggelenk, machen den menschlichen Fuß zu einem High Tech Produkt.

Im ganzen Reich der Säugetiere gibt es kein anderes Wesen, mit einer vergleichbaren Ausdauerleistung. Der Mensch mag nicht das schnellste Tier sein, aber er ist mit Sicherheit in Sachen Ausdauer dem Rest der Tierwelt überlegen. 

Gerade dieser Fakt, war früher unter anderem ein entscheidender Überlebensvorteil. Der Mensch erlegte seine Beute nicht im Sprint, sondern trieb seine spätere Mahlzeit bis zur Ermüdung. Dafür waren durchaus mal Strecken bis an die 42,195 Km oder darüber hinaus nötig. 

Ganz klar, wir sind nicht mehr der Neandertaler oder der Homo Erectus. Wir sind gereift, aber in anderen Punkten auch verkümmert. Um lange verletzungsfrei zu laufen, muss sich der heutige moderne Homo Sapiens erst wieder an die Belastungen anpassen. Es empfiehlt sich daher, den Laufumfang stets bedacht zu steigern, und von einer Woche auf die nächste die Kilometeranzahl nicht um mehr als 10% zu steigern. Kombiniert werden sollte ein Lauftraining immer mit einem Stabilisations- und Regenerationstraining. Hilfreich sind Instrumente wie die Laufsandalen von Luna, Balance Pad oder Blackroll. 

Ebenso nützlich ist es, häufig die Schuhe zu wechseln. So setzt man dem Fuß immer wieder neue Reize und bewirkt schnell Anpassungsprozesse.

Blackroll & BalancePad

Dass immer mehr Leute den Laufsport entdecken, und auch das Ultralaufen (Distanzen von mehr als 42,195Km) zunehmend an Popularität gewinnt ist bemerkbar. Ich denke dass der Mensch sich zunehmend im Großstadtdschungel verloren hat, und durch das Laufen eine Möglichkeit findet, dem ursprünglichen naturell des Homo sapiens wieder näher zu kommen. Denn was gibt es schöneres, als laufend die Welt zu entdecken, den Jahreszeitenwechsel zu verzeichnen, die frische Luft im Wald nach einem Regenguss einzuatmen, und sich dabei nur mit der Kraft der eigenen 2 Beine fortzubewegen?

Ist viel Laufen nun gesund oder ungesund? - das fragt mich nun gerade eben jemand, und steht mit einer Zigarette im Mund vor mir...? Gesünder als jeden Abend mit Chips und Bier auf dem Sofa zu versumpfen ist es allemal.... ansonsten kann ich nur sagen: Es macht mich glücklich - und bereichert mein Leben in vielen Bereichen, ich fühle mich gut und freue mich jeden morgen aufs neue... auf den ersten Lauf am Tage, auf den Lauf nach Feierabend.... Laufen ist ein Sport, der nicht von einem Tag auf den anderen zur Leidenschaft wird... man muss ihn lange und regelmäßig praktizieren... dann gehört er zu Dir... und lässt dich vielleicht nicht mehr los - beachtet man ein par grundsätzliche Dinge und steigert die Belastungen nicht zu schnell kommt man mit dem Laufen der biologischen Natur des Menschen wieder näher. Richtig dosiert und langsam gesteigert ist viel Laufen nicht ungesund!

Für mich ist und bleibt es "der schönste Sport der Welt"....

Bleibt gesund und folgt eurer Leidenschaft, und falls ihr einen Weg aus der Comfortzone sucht - probiert's mal mit Laufen ;-)

Nachtrag zum Artikel am 08.03.2017: 

Im Artikel werden viele positive Aspekte des Ultralaufens und Langstreckenlaufes angesprochen. Mir ist eine Diskussion zu dieser Thematik enorm wichtig, daher bin ich immer dankbar über Feedback egal ob positiver oder negativer Art. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, in welcher häufig wenig Zeit für Erholung bleibt, daher birgt das Laufen natürlich auch seine Risiken.  In meiner neuen Artikel Serie "Ganzheitlich Fit" versuche ich  einem gesunden Training auf die Schliche zu kommen. Hier gelangt Ihr zur Serie.

Desweiteren  sind unten weitere Artikel meines Blogs aufgeführt, welche sich mit dieser Thematik auseinandersetzen :


Go personal

Lass Dich bei Deinem Training ärztlich begleiten , egal ob online oder vor Ort mehr


Kommentar schreiben

Kommentare: 7
  • #1

    Chris Filk (Sonntag, 16 August 2015 09:01)

    Du hast es genau auf den Punkt gebracht....guter Bericht. Ich bin ganz bei dir!

  • #2

    Patrick Salm (Sonntag, 16 August 2015 11:18)

    Ich sehe das genau so, ich fühle mich gut und es macht mir Spaß, also kann es wohl nicht so ungesund sein. Guter Artikel. VG Patrick

  • #3

    Oliver (Sonntag, 16 August 2015 15:07)

    Woher kenne ich nur diese Frage ;-) Wie oft wurde mir diese schon gestellt von Menschen die es nicht verstehen können was so geil daran ist 2 Stunden und mehr durch den Wald zu rennen. Und wie Du es richtig beschreibst, langsam steigern und dann macht auch die Gesundheit mit. Bin mittlerweile bei 4mal Laufen in der Woche und es geht mir gut. Wenn ich mal nicht laufen kann, dann fehlt mir was. Ungesund ist laufen nur, wenn man zu schnell zu viel erreichen will.

    Viele Grüße
    Oliver

  • #4

    Cornelia Hilka (Montag, 17 August 2015 10:17)

    Ein wirklich treffender Artikel Marius. Genauso ist es aber - und deshalb laufe ich so gerne und seitdem wir in Davos beim Swiss alpine Marathon mit dabei waren - bevorzuge ich noch mehr die Trailläufe. 4x Laufen in der Woche - Stabi-und Regeneration - das ist genau mein Programm. Gut, dass ich mir hier aus Deinem Beitrag noch einmal die Bestätigung holen konnte, alles richtig zu machen.

  • #5

    Veronika (Donnerstag, 27 August 2015 18:43)

    Genau so denke ich auch. Eher die Couchpotatos leben ungesund. Wenn man die Dosis für den Lauf richtig dosiert, ist es Medizin für Geist und Körper. Ich habe immer den Spaß beim Laufen und bin so der Natur viel näher. Toller Bericht. Danke

  • #6

    Eren (Mittwoch, 30 September 2015 19:56)

    Bin ganz bei Dir. Ich laufe, weil es mir Spaß macht, ohne Druck und ohne Leistungswahn. So lange es mir Spaß macht und es mir gut geht, werde ich auch weiterhin regelmäßig - jeden Tag - laufen. Danach bin ich fertig, aber glücklich und das kann nicht verkehrt sein...!

  • #7

    Michael (Donnerstag, 13 Oktober 2016 12:09)

    Du kannst die Frage noch erweitern, indem Du die Diskussion in Richtung Täglichlaufen drehst: Täglich laufen? Ist das gesund?

Unterstützt bei läuferischen Aktivitäten u.a. von diesen starken Partnern:

Finde uns auch bei Facebook und Instagram und iTunes