· 

Challenge Roth - Hitze, Stimmung, Emotionen und einfach mal Danke

Die Anfrage von meiner Teamkollegin Cornelia Hilka aus dem Enzymkraft-Team kam ca. 1 Woche vor meinem Trailrunning Trainingslager in den Karpaten: " Hallo Marius, eine Freundin von mir sucht für die Staffel bei der Challenge Roth noch einen Marathonläufer und da hab ich spontan an Dich gedacht...:-)

" Puh, war mein erster Gedanke, zumal ich derzeit noch in der Trailvorbereitung für meine Staffel-Teilnahme beim Swiss Alpine T78 am 25.07. (für Cornelia's super Projekt RUN&HELP) bin, und derzeit, durch meine überwiegend profilierten Läufe wenig Tempohärte erarbeitet habe, und  zudem als Marathon für dieses Jahr Berlin ausgewählt hatte. 

 

Aber gut, dachte ich mir.... nachdem ich noch nie bei der Challenge in Roth war, wäre es doch eine super gute Gelegenheit, dieses Mega-Event mal Live mitzuerleben, und einen Marathon kann man ja auch entspannt laufen.... :-)

Also nahm ich sofort Kontakt zu Kathrin Schuhen auf, einer Triathletin (Radfahrerin der Staffel) welche die letzten Jahre auch für das Enzymkraft-Team gestartet ist. Ich teilte ihr mit, dass ich zur Verfügung stehen würde und gleich am nächsten Morgen kam die Zusage: Marius, wir freuen uns dich im Team Wasser 3.0 dabei zu haben. Prof. Katrin Schuhen leitet ein Forschungsteam, welches ein Hybridkieselgel entwickelte, das große Mengen pharmazeutischer Rückstände aus dem Abwasser aufnehmen, chemisch umwandeln und Binden kann. Das innovative Projekt wirkt somit effizient der stetig steigenden Verunreinigung des Wasserkreislaufs entgegen. Ein wirklich interessantes Projekt, welches ich gerne unterstütze. Wer weitere Informationen dazu sucht, sollte auf jeden Fall mal unter Wasser 3.0 vorbeischauen.

 

Noch mehr Vorfreude auf das Event bekam ich, als ich erfuhr, dass mein Freund Manuel (ambitionierter Triathlet) nun auch eine Staffel für Roth organisiert hat, und ebenfalls den Marathon laufen wird.

Nach dem wirklich gelungenen TrailrunningCamp in der Slowakei  ging es früh morgens am 12.07. Richtung Roth.

Bereits zu Beginn war die Stimmung am Schwimmstart genial. Zufälligerweise hatten Manu's und meine Staffel die gleichen Startzeiten. Um 9:05 ging unsere Schwimmerin Carolin zeitgleich mit Christian aus Manus Team an den Start.

 

Nach dem Wechsel aufs Rad ging das mitfiebern los. Es zeichnete sich jetzt schon ab, dass Manus Radfahrer Frederik gut drauf war, und auf meine Staffel immer mehr Minuten herausfuhr. Gegen 15 Uhr ging ich mit Manu in die 2. Wechselzone. Es war drückend heiß, bei einer Außentemperatur von 28 Grad. Manu lief um 15:45 los. 

Ich schätzte mit einem Vorsprung seiner Staffel von 25-30 Minuten. 

Ich hatte mir für den heutigen Tag wirklich nichts vorgenommen. Die neue Marathon PB war für Berlin geplant, und bei den Temperaturen wollte ich mich auch nicht kaputtmachen. Natürlich bestand der Gedanke, meine Staffel vor die von Manu in die Platzierung zu bringen, aber auch diese Idee wurf ich bald wieder aus meinem Kopf.... Die Minuten verstrichen und ich wurde irgendwie immer heißer aufs Laufen. Ich wollte irgendwie einfach Loslaufen, und fühlte mich ein bisschen wie ein angeleinter Hund, der darauf wartet, auf der Wiese freigelassen zu werden. Um 16:10 sah ich Kathrin heranlaufen.... ein kurzer Wechsel von 1 Minute, und um 16:11 ging es für mich endlich auf die Laufstrecke, mit einem Rückstand auf Manus Staffel von über 26 Minuten. Der leicht abfällige Start brachte mich schnell auf einen 3:40er Pace. Das Publikum war schon zu Beginn gigantisch. Wow ist der schnell, hab ich es aus den Reihen gehört, und irgendwie hat mich das extrem gepusht. Die ersten 10 Kilometer liefen sehr rund und ich fühlte mich echt gut. Nur musste ich schon zu Beginn feststellen, dass die Situation anders ist, als bei einem reinen Marathon. Es waren unendlich viele Läufer auf der Strecke, und die Atmosphäre erinnerte mich an einen Firmenlauf. Ich lief Slalom durch die Massen durch und musste an den Verpflegungen häufig stehenbleiben, weil es so voll war. Zu diesem Zeitpunkt war das noch unproblematisch, ich wusste jedoch, dass es spätestens ab Km 30 schwierig werden wird, immer wieder neu anzutreten. 

Vorbei lief ich an vielen Langdistanzlern, und ich ziehe meinen Hut vor dieser Leistung. Doch in die leidenden Gesichter wollte ich nicht zu Lange blicken, um meine Motivation aufrecht zu erhalten. Gedanklich war ich jetzt bei der Transvulcania - ja da war doch was, dachte ich mir, und mit der Hitze hatte ich noch eine Rechnung offen - heute nicht - an jeder Verpflegung gab es einen Becher Iso (kein Wasser :-)) und zwei Schwämme um mein Shirt regelmäßig mit Flüssigkeit zu tränken. 

Die Halbmarathonmarke passierte ich mit einer Zeit von 1h21min und war damit sehr zufrieden. 

Auf dem Weg Richtung Km 30 ging es einen leichten Anstieg hinauf, und ich merkte zum ersten mal meine müder werdenden Beine. Den vorher relativ konstanten Pace von 3:53-3:55/Km konnte ich nun nicht mehr halten. Manu kam mir auf der Gegenseite entgegen, und spätestens nach dem Wendepunkt war mir klar, dass der Abstand zwischen uns nicht mehr so groß sein konnte. Leicht bergab konnte ich auch wieder meinen gewünschten Pace erreichen. Zurück gings auf die Gerade am Kanal. Km 30 war bereits passiert. Ab diesem Streckenabschnitt schalte ich gewöhnlich bei einem Marathon auf Tunnelblick und versuche nur noch stur den Pace zu halten. Die Schmale Strecke mit den entgegenkommenden Läufern, und die ständigen Überholmanöver raubten mir die Kräfte. Als ich dann an der nächsten Verpflegung wieder komplett stehen bleiben musste, hab ich nur noch laut geflucht. 

Zurück in Roth konnte ich dann endlich stur meinen Pace laufen. Auf einer leicht abschüssigen Gerade zwischen Km 38 und 39 war es dann soweit. Ich sah Manu vor mir laufen, und dachte mir " das kann doch nicht sein" Ich habe jetzt ein Loch von über 26 Minuten zugelaufen.... Das gab noch für ungefähr 300m einen Motivationsschub, ehe es in einen leichten Anstieg ging. Von da an konnte ich das Tempo nicht mehr hochhalten. Ich war fix und fertig von dem vielen Slalomlaufen und den ständigen Tempowechseln, und wollte nur noch gesund und sicher zu meinem Baby im Ziel. Mit einem 4:45er Pace lief ich die letzten Kilometer durch Roth und saugte noch die Stimmung in mir auf. Kurz vor dem Zieleinlauf sprangen meine Staffel-Mitglieder Kathrin und Carolin mit auf die Strecke und wir liefen ins Ziel. Bei 2h48min und 28sec stoppte die Uhr. Ich kam an und schaute mich kurz um. Direkt geradeaus im Publikum strahlte mich meine Süße an. Ich lief zu Ihr, und während ich sie im Arm hielt, liefen mir zum ersten Mal nach einem Zieleinlauf Dicke Tränen aus den Augen: Ich war überwältigt, unendlich glücklich und extrem kaputt.

 

Ich hatte mir nichts vorgenommen, aber ich habe meine PB im Marathon dennoch bei 28 Grad Hitze im Sekundenbereich verbessert, und nebenbei einen Rückstand auf die andere Staffel von 26 Minuten gutgemacht.

Als ich dann noch erfuhr, dass ich auf Platz 3 aller Staffel-Läufer an diesem Tag gelandet bin, war ich gänzlich baff.

 

Nach Zieleinlauf ging es für mich erstmal für längere Zeit auf die Wiese. Ich war fix und alle.Total erledigt. Aber glücklich und zufrieden. Die Beine sind heute erstaunlicherweise wieder recht frisch. Den ersten Lauf wird es in 2 Tagen beim Firmenlauf mit meiner Klinik beim b2run über 6,2 km in München geben. Aber diesmal Recom - Großes Ehrenwort!

 

Vielen Dank an Kathrin Schuhen für die Aufnahme in die Staffel und Gratulation an die Top Leistung meines Teams, auch beim Schwimmen und Radfahren (Carolin und Kathrin Ihr seid der Wahnsinn). Gemeinsam haben wir eine Zielzeit unter 10 Stunden hinbekommen :-)

Ein Herzliches Dankeschön nochmal an Cornelia Hilka aus unserem super Enzymkraft-Team! Ich freu mich schon jetzt riesig auf die Staffel beim Swiss Alpine in 2 Wochen.

Gratulation auch lieber Manu, zu dieser unglaublich starken Leistung. Auch deine Marathonzeit bei dieser Hitze kann sich sehen lassen (3h14min48sec), und ich bin gespannt und freu mich auf deine Langdistanz-Premiere im September.

 

Auch hier wieder ein aufrichtiges und freudiges Dankeschön für das Vertrauen und die Unterstützung  meines Sponsors www.enzymkraft.de 

 

Auch die gute Kompression der Competition-Sox von www.under-pressure-sox.de haben mich diesmal wieder vor Krämpfen bewahrt, und mir auch bei der Regeneration zu schnellem schmerzfreien Gehen verholfen.

 

An dieser Stelle geht noch das wärmste und herzlichste Dankeschön an mein Baby. Vielen Dank für Deine Unterstützung und die aufbauenden Worte in der letzten Zeit. Ohne Deinen Support und Deine Begeisterung für den schönsten Sport der Welt, wäre es wohl nicht so rund gelaufen letzten Sonntag!


Auch bei den Followern meines Blogs möchte ich mich bedanken. Es tut unglaublich gut eure Unterstützung zu spüren und es gibt mir Kraft und Mut für die noch frische Saison. Ich freue mich, wenn ich meine Leidenschaft mit anderen Teilen kann, und so auch das Interesse für diesen genialen Sport beim ein- oder anderen neu erwecken kann.

 

Bleibt gesund und verletzungsfrei und lauft mit Sonne im Herzen !

 

Bis Bald

 

#FollowYourPassion

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Unterstützt bei läuferischen Aktivitäten u.a. von diesen starken Partnern:

Finde uns auch bei Facebook und Instagram und iTunes