· 

München Marathon - Perfekte Bedingungen und die Wiederkehr eines wohlbekannten Läuferproblems

Der Tag fing super an: Vorhang auf - blauer Himmel, ich fühl mich ausgeschlafen und der Blick aufs Handy sagt mir dass Sebastian Kienle neuer Ironman Weltmeister auf Hawaii geworden ist.

 

Also gabs in der Früh für mich mein übliches Wettkampffrühstück bestehend aus einer Banane und einer Tasse Kaffee. Mehr darf es bei mir vor einem Wettkampf, auch vor einem Marathon, wirklich nicht sein. Ab ins Auto und los zu meinem Trainingsfreund Manu, mit dem ich die letzten 8 Wochen intensiv nach dem  "Peter Greif Countdown für den Marathon" - Plan trainiert habe.

Am Start des Marathons haben wir uns dann noch warm gelaufen und sind irgendwie etwas spät in die Startaufstellung gekommen. Nachdem ich eine Zeit unter 3 Stunden anvisiert hatte, wollte ich natürlich auch weiter vorne starten. Aber die Masse war schon zu dicht und ich kam nicht mehr weiter. Naja was soll's.....

 

Startschuss.... Ich laufe, besser gesagt ich trabe los, weil ich umzingelt von Beinen bin, und keine Möglichkeit finde in meinem Wohlfühltempo zu laufen. Ich komm mir vor wie beim Firmenlauf. Am Ende der Startgasse schaff ich es auf den Gehsteig auszuweichen und geb jetzt richtig Gas. Mit einem Pace von 3'30/ km zieh ich an der Masse vorbei und versuche mich vor den

3 Stunden Pacemakern einzureihen. Geschafft, endlich Platz zum laufen. Natürlich kommt mir der Gedanke ob mein Anfangssprint jetzt nicht schon Kraft geraubt hat, aber ich finde gut in meinen Rhythmus. Es geht über die Ludwigstraße und ich merke wieder wie super die Stimmung beim München Marathon ist. Ich finde es erstaunlich und höchst motivierend, dass so viel Publikum an diesem Sonntag Morgen den Weg auf die Münchner Straßen findet.

 

Bis Kilometer 10 läuft eigentlich alles perfekt. Ich kann meinen Pace gut halten und fühl mich fit. Nur kurz später geht es los: Ich spür ein leichtes Grummeln im Bauch. Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, und es ist der Grund, warum mein Läuferfrühstück auch immer sehr spartanisch ausfällt. Die Erinnerung an den Forstenrieder Volkslauf schießt mir durch den Kopf: dort musste ich beim Halbmarathon nach km 18 noch einmal ins Gebüsch abbiegen, da mir sonst die Bauchkrämpfe ein Weiterlaufen nicht möglich gemacht hätten. Ich versuche das Gefühl zu ignorieren und stur meinen Pace weiterzulaufen. Das gelingt mir auch ganz gut, nur bei jeder Verpflegungsstation erinnert mich bereits ein keiner Schluck Wasser an mein Problem. Also werd ich es mit der Verpflegung wohl erstmal sehr gering halten, und die 4 Gels, welche ich mir für den Notfall mitgenommen habe, bleiben wohl erstmal in der Laufhose. 

 

Mittlerweile sind wir durch den Englischen Garten hindurch und nähern uns der Halbmarathon-Marke. An einen Boxenstopp hier mitten in der Stadt ist jetzt nicht mehr zu denken. Irgendwie gelingt es mir meine Bauchkrämpfe weiter zu ignorieren. Ich passiere die Halbmarathonmarke und wage einen Blick auf die Uhr. Die erste Hälfte bin ich mit einem Pace von 3'50/ km gelaufen. Die Beine fühlen sich gut an und ich male mir aus wie ich die 2. Hälfte mit dem gleichen Pace laufe. Doch irgendwie kommt da auch die Erinnerung an den letzten Marathon vor einem Jahr. Auch da waren die Beine bis Km 30 frisch. Schon komisch aber irgendwie kann man sich zu diesem Zeitpunkt des Rennens gar nicht vorstellen dass man vielleicht doch noch leiden wird.

 

Mein Bauch lässt mir genau noch Ruhe bis km 31. Dann wird es unerträglich. Wie durch ein Wunder taucht kurz nach dem Marienplatz ein Dixieklo vor mir auf, und ich muss nicht lange überlegen was zu tun ist. Was für eine Erleichterung. Ich laufe wieder los, und versuche die verlorene Zeit aufzuholen. Doch es ist wie verhext. An der Aussage, dass ein Marathon erst bei Km 30 beginnt, ist wohl mehr dran als ich dachte. Die Beine sind auf einmal schwer wie Blei und vom Gefühl her würde ich gerne auf der Stelle stehen bleiben. Es beginnen mal wieder diese verdammt harten letzten 10 Kilometer. Es fällt mir immer schwerer den Pace zu halten und es erfordert enorme Kraft meinem Körper klarzumachen dass er noch weiterlaufen muss. Im Nachhinein weiß ich nicht mehr genau wie es gelungen ist, aber irgendwie bin ich weitergelaufen. Es hat geschmerzt und es war ein Kampf, aber ich habe meine neue persönliche Bestzeit von 2:48:52 erreicht. Ich bin total happy und zufrieden. 


Die Saison ist nun vorbei hab ich allen gesagt, und hab vom perfekten Saisonabschluss gesprochen. Nur irgendwie ist mir da zu Gehör gekommen, dass im November ein Crosslauf stattfindet. Und irgendwie hab ich mich jetzt ganz überraschenderweise für den Teufelsberg Crosslauf am 09.11.14 angemeldet.  Keep on running 



Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Unterstützt bei läuferischen Aktivitäten u.a. von diesen starken Partnern:

Finde uns auch bei Facebook und Instagram und iTunes